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Mitgliederversammlung 2007

16.03.2007 - Gustav Kälber aus Remchingen wurde für 70 Jahre aktive Mitgliedschaft beim DRK geehrt.

Wolfgang Haalboom (von links), Vizepräsident des Landesverbandes, und Walter Schneider, Vorsitzender des DRK-OV Remchingen, ehrten Gustav Kälber für 70 Jahre aktive Rot-Kreuz-Mitgliedschaft

Vorsitzender Walter Schneider begrüßte alle Anwesenden zur diesjährigen Hauptversammlung und bedankte sich zunächst bei allen, welche im vergangenen Jahr zur Bewältigung der vielfältigen Aufgaben beigetragen haben – ganz besonders den Mitbürgerinnen und Mitbürgern unserer Gemeinde für die zahlreichen Zuwendungen und Spenden sowie den Fördermitgliedern für ihren Mitgliedsbeitrag.

Er lobte die Arbeit des HvO-Teams und verweist auf die hohe Verlässlichkeit und Qualifikation der Helfer. Für viele Außenstehende sei es wohl nicht nachvollziehbar, dass viele Helfer ihren Jahresurlaub für eine Ausbildung zum Rettungshelfer oder gar Rettungssanitäter opfern, um dann ehrenamtlich und unentgeltlich Tag und Nacht zu Einsätzen gerufen zu werden.

In der Breitenausbildung fanden EH-Trainings für die Erzieherinnen der drei Wilferdinger Kindergärten sowie EH-Kurse für die Bevölkerung statt. Die Lehrgänge fanden schon nach den neuen ERC-Leitlinien statt. Obwohl wir mit dem Blutspendetermin kurz vor Weihnachten einen „Problemtermin“ hatten, konnten wir mit einem relativ guten Ergebnis abschließen: 133 Blutspendern mit einem hohen Anteil von 19 Erstspendern.

Im laufenden Jahr werden zwei neue Mannschaftstransportwagen angeschafft. Da wir diese Investition nicht alleine schultern können, werden wir uns nach Sponsoren umsehen müssen.b Zur Zeit unterstützen ca. 730 passive Fördermitglieder mit ihren Beiträgen den Kreisverband Pforzheim sowie mit einem geringen Anteil auch unseren Ortsverein. Dennoch ist der Mitgliederbestand durch Austritte und Ableben seit Jahren rückläufig. Daher wird spätestens 2008 eine neue Mitgliederwerbeaktion in unserer Gemeinde durchgeführt werden.

Abschließend dankte Walter allen Bereitschaftsmitgliedern, Gruppenleitern, den JRK-Aktiven, der Bereitschaftsleitung, den Internetverantwortlichen sowie den Mitgliedern des Vorstandes sehr herzlich für die harmonische und konstruktive Zusammenarbeit.

Marcus Simon berichtet von vier ordentlichen Sitzungen, in denen über die eine und andere Neu- bzw. Ersatzbeschaffung beraten oder entschieden wurde (z. B. SEG-Gürtel-Taschen, Mannschaftstransportfahrzeuge, Übernahme des Viertragewagens vom Katastrophenschutz etc.). Weitere Themen waren die Schlüsselverteilung fürs Depot, die Überlassung der Räumlichkeiten an die Bewohner an Wohnanlage (hier gab es Probleme hinsichtlich der Lärmbelästigung der Anwohner, Bewohner hatten ohne unser Wissen die Räume für externe Familienmitglieder für deren Feierlichkeiten in Anspruch genommen). Auch mussten wieder die Alttextilsammlungen, die Blutspendeaktionen, das Sommergrillfest und die Weihnachtsfeier organisiert werden. Von der ev. Kirchengemeinde Wilferdingen wurde uns mitgeteilt, dass uns nach dem Blutspendetermin im August 2007 die Räume des Gemeindezentrums nicht mehr zur Verfügung gestellt werden. Viel Arbeit hat ein Schreiben des Finanzamt Pforzheim bereitet, die für die Jahre 2003 bis 2005 Auskünfte zu unseren Einnahmen und Ausgaben haben wollten. 

Andrea Ritter berichtet von einer stabilen Kassenlage, Kassenprüfer Doris Kolakowski hat zusammen mit Thomas Seemann die Kasse geprüft und bescheinigt eine korrekte einwandfreie Kassenführung.

Dieter Farr berichtet von einem arbeitsreichen Jahr: bei den Alttextilsammlungen konnten rund 30 Tonnen Altkleider gesammelt werden; diverse Sanitätsdienste z. B. beim CGS-Umzug in Singen und anschließend in der Kulturhalle; Bereitstellung der Einsatzeinheit 3 auf dem Hohberg-Gelände in Pforzheim anlässlich der WM-Spiele in Stuttgart; Radrennen in Ellmendingen; Straßenfest in Singen mit 15 Verletzten nach Schlägerei; LBS-Cup; Freibaddienste; Dienste beim ÄND in Söllingen.

Das HvO-Team sowie die Bereitschaft hatten mit 173 Einsätzen wieder das größte Einsatzaufkommen im Enzkreis zu bewältigen; darunter waren größere Einsatzgeschehen wie Brandeinsatz beim Remchinger Hof, diverse Massenschlägereien (Straßenfest Singen im September; beim Kreisverkehr Richtung Darmsbach im November).

Beim BDS-Themenpark bei der Kulturhalle waren wir mit einem Stand zum Thema Lebensrettende Sofortmaßnahmen und Frühdefibrillation sowie einer Fahrzeugausstellung vertreten. Ebenso waren wir beim DRK-Aktionstag auf dem Pforzheimer Messplatz mit dabei, wo der Kreisverband seine ganze Angebotspalette der Öffentlichkeit vorstellte. In Tiefenbronn nahmen wir an der Jahresübung der Einsatzeinheit 3 teil. Gegen Ende des Jahres erhielten wir zufällig die Nachricht, dass die Notdienstzentrale in Söllingen nach über 27 Jahren geschlossen werden soll.

Alles in allem haben unsere Helfer und Helferinnen im Jahr 2006 über 3.400 ehrenamtliche Helferstunden geleistet.

Steffen Seemann berichtet von drei Jugendgruppen mit insgesamt knapp 30 Angehörigen. Neben den üblichen Themen wie Erste-Hilfe, Spielen, Basteln, realistische Notfalldarstellung und Mimen, die Geschichte des DRK, gab es auch wieder kleinere und größere Aktionen, die für Abwechslung sorgten: Teilnahme am Pokalwettkampf in Neubulach; Planung und Durchführung des Kreiszeltlagers in Wilferdingen mit rund 60 Teilnehmern aus dem Kreisverband Pforzheim; Kinotag im Kreisverband Pforzheim; Nikolausüberraschung für die Bewohner im Altenpflegeheim Remchingen; Teilnahme am Gruschtelflohmarkt; Verkauf von selbst gebackenen Waffeln beim Straßenfest Singen.

Ausblick für 2007: auf Grund des großen Erfolges des letzten Kreiszeltlagers, soll das nächste im Sommer 2007 als Kreisüberschreitendes Zeltlager zusammen mit dem Kreisverband Calw wieder in Wilferdingen stattfinden. Auch ist ein Besuch der Flughafenfeuerwehr in Stuttgart geplant.

Ingeborg Troost berichtet von gut frequentierten Senioren- und Wassergymnastikgruppen in Singen, Wilferdingen, Nöttingen und Ersingen.

Marianne Butz überbringt Dankesworte der politischen Gemeinde. Sie dankt für die wertvolle Arbeit, die meist für alle unbemerkt im Verborgenen abläuft, aber oft auch laut mit „Blaulicht und Sirene“. Es handele sich bei der RKArbeit sicherlich um ein Hobby, aber um eines der anderen Art, nämlich um Menschen in Not zu helfen. Und dies muss hoch angerechnet werden.Ulrike Hohmann überbringt den Dank im Auftrag der Remchinger Vereine und hebt hervor, dass ohne das DRK so manche Vereinsveranstaltung vor allem auf dem Sportsektor nicht durchführbar gewesen wäre. Der Dank der Remchinger Vereine sei uns sicher.

Wolfgang Haalboom brachte zum Ausdruck, dass es ihn richtig wütend macht, wenn er hört, dass das Finanzamt an gemeinnützige Vereine herantritt und somit viel auf ehrenamtlicher Ebene kaputt machen würde. Er betonte auch, dass es sich bei der ehrenamtlichen Arbeit beim DRK weniger um ein Hobby handele, als mehr um eine Berufung. Haalboom bescheinigte uns eine tolle Arbeit und nannte uns einen Vorzeige-Ortsverein im KV Pforzheim. Vor allem die HvO-Gruppe sei mit 173 von rund 1600 Einsätzen im Jahr 2006 wieder führend im KV. Ebenso würdigte er die hervorragende Jugendarbeit und bat darum „... macht weiter so!“

Anschließend bat Wolfgang Haalboom um die Entlastung des Vorstandes en bloc – diese wurde einstimmig angenommen. Folgende Ehrungen konnte Wolfgang Haalboom in dies Jahr vornehmen:

  • 5 Jahre: Sabrina Kolodziej, Björn Hartlieb, Jannis Bodle
  • 10 Jahre: Matthias Schäfer, Thomas Seemann
  • 25 Jahre: Sabine Farr, Marcus Simon
  • 30 Jahre: Jürgen Klotz
  • 35 Jahre: Frank Ritter

Für 70 Jahre aktives Rot-Kreuz-Engagement wurde Gustav Kälber ausgezeichnet. Wolfgang Haalboom, Vizepräsident des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg, übergab an den Geehrten die Ehrennadel in Gold mit der eingravierten 70. „Die wird nur ganz selten vergeben“, sagte Haalboom, der Gustav Kälbers „selbstlosen Einsatz“ über sieben Jahrzehnte als „herausragende Lebensleistung“ würdigte. Mit 22 Jahren trat Gustav Kälber dem Roten Kreuz bei. „Ich wollte nicht zur Infanterie“, erzählte der inzwischen 92-Jährige lächelnd. „Es hat aber nichts genützt, ich wurde doch eingezogen.“ Nach neun Jahren Krieg und Gefangenschaft gehörte er zu den zehn Personen, die nach Kriegsende in Remchingen beim Wiederaufbau des Roten Kreuzes halfen. „Inzwischen ist daraus eine Gemeinschaft geworden, die zusammenhält“, freute sich der Geehrte.
„Gustav Kälber gehört zu den tragenden Säulen unseres Ortsvereins“, betonte Walter Schneider, Vorsitzender des DRK Ortsvereins Remchingen. „Bis vor wenigen Jahren half er noch aktiv mit bei Blutspendeaktionen, Straßenfesten und Einsatzübungen.“ Ein leitendes Amt hat Kälber nicht inne gehabt, durch seine Präsenz war er aber immer eine wichtige Stütze des Vereins und ein großes Vorbild für die jungen Bereitschaftsmitglieder.

Sonderehrungen erhielten Fabian Farr für seine Ausbildung zum Rettungshelfer sowie Andrea Neumann für 10 Jahre Jugendleitertätigkeit, die sie aus persönlichen Gründen nicht mehr machen kann.

Text: M. Simon

19. März 2007 11:36 Uhr. Alter: 12 Jahre